Die SPD zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Langsam wird es tragisch komisch – die einst stolze Sozialdemokratische Partei Deutschlands taumelt im Wahljahr 2009 von einer Peinlichkeit in die nächste. Der Ansatz der SPD war in meinen Augen ganz spannend: Für die Themenplakate wollte man keine Models engagieren, sondern richtige Sozialdemokraten. Eine interessante Idee.
So lächelt uns nun von den Großflächenplakaten eine junge, hübsche Frau entgegen. Ihr Name Jennifer Metzlaff – Kandidatin der Duisburger SPD für die Kommunalwahlen am kommenden Sonntag. Ihr Slogan: “Bildung darf nicht vom Konto der Eltern abhängen. Und darum wähle ich SPD.” – in meinen Augen sogar richtig, aber trotzdem würde ich die SPD niemals wählen. So weit so gut, möge man nun denken.
Unglaubwürdig wird’s aber, wenn man sich ihre Vita anschaut: Wer glaubt Jennifer hätte an einer staatlichen Universität, in unserer freien Bildungslandschaft, studiert, der irrt. Nicht in der breiten Masse der Gesellschaft hat sie studiert, nicht zwischen armen und reichen Menschen, nicht fernab von den von der SPD so gescholtenen Privatunis hat sie studiert, sondern genau dort: an dem European Business College Düsseldorf. Kostenpunkt: gut 7.000 € pro Jahr. Und nun will uns eine Elitestudentin, die lieber auf eine von Mama und Papa teuer finanzierte Privatuniversität ging, als das öffentliche System zu nutzen, erklären wie Bildung in Deutschland funktionieren soll? So langsam wird’s peinlich liebe SPD!
Ausführliche Berichte findet man zum Beispiel bei der Welt und der Leipziger Volkszeitung. Simon Zeimke hat die Vorgänge in seinem Blog ebenfalls kommentiert.
...geschrieben über Bundestagswahl, Medien, SPD + im Bereich dit un dat
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© 2012,Malte Engelmann
Und das soll ein Argument sein? Stell Dir vor: Ich war bislang noch kein Bezieher von ALG II und finde es trotzdem ungerecht. Und es soll ja sogar Millionäre geben, die für die Einführung der Vermögenssteuer sind. Nicht immer so kleingeistig, bitte.
Achja, und das mit den “von der SPD so gescholtenen Privatunis” hätte ich gerne belegt. Wer schalt da genau?
es geht ums prinzip – das ist genau wie bei der linken “Reichtum für alle”…
da muss es immer gleich der reichtum für alle sein – was dazwichen gibt es
da nicht- schwarz und weiß, gut und böse.
es geht einfach um diese elendige opferrolle: das gesamte linke spektrum
funktioniert doch eh so lange es irgendeine vermutete opferrolle gibt:
das plakat zeigt doch einfach den widerspruch
wenn man sich alleine mal die hürden anschaut, die man überwinden muss, um eine privatschule eröffnen zu können, wird ganz offensichtlich, dass die spd gegen die privaten ist!
Für alle das Gleiche- für mich am meisten. Neben der Tatsache, dass links von der Mitte stets Selters gepredigt und Sekt getrunken wird (siehe Lafontaine), hätte ich zumindest in diesem Fall ein wenig mehr Feingefühl erwartet…
Just my two cents.
Die Sozen können einem echt fast nur noch leid tun… sicher ist die Auswahl von ihr als Plakatfrau höchstens ungünstig gewählt und kein handfester Skandal, aber das erinnert doch stark an Ulla Schmidt. So hat sich Frau Schmidt im rechtlichem Rahmen bewegt und hat sich trotzdem ziemlich ungeschickt benommen. Die SPD so scheint es wird zunehmend diletantischer. Ob das Angst vor der Linken ist? Oder einfach eine Nervosität, die durch die schlechten Umfrageergebnisse verursacht wird? Man weiß es nicht, aber das die Nachricht für Wirbel sorgt haben ja die Artikel in mehreren großen Zeitungen gezeigt.
Beste Grüße,
der verrückte Bieber.